Unzählige Klassen für die unterschiedlichsten Arten von Fahrzeugen machen es einem nicht leicht, den Überblick zu behalten. Welche Arten von Führerscheinen es gibt und welche Fahrzeuge man mit einer Fahrerlaubnis bewegen darf, sieht man unten in der Tabelle.
Wir möchten hier die Führerscheinklasse AM, also die erste Möglichkeit, motorisiert am Straßenverkehr teilzunehmen, genauer beschreiben.
| B | klassischer Autoführerschein |
| B17 | Begleitetes Fahren ab 17 |
| B96 | Pkw & schwerer Anhänger, gesamt max. 4.250 kg |
| BE | Pkw & schwerer Anhänger mit bis zu 3,5 Tonnen |
| AM | Mofa, Moped, Mopedauto |
| A1 | Leichtkrafträder bis 125 cm3 |
| A2 | Motorräder bis 35 kW Leistung |
| A | alle Motorräder |
| C | alle Lkw |
| C1 | Lkw bis 7,5 Tonnen |
| C1E | C1-Lkw & Anhänger über 750 kg |
| CE | C-Lkw & Anhänger über 750 kg |
| D | großer Bus |
| D1 | kleiner Bus |
| D1E | kleiner Bus & Anhänger über 750 kg |
| DE | großer Bus & Anhänger über 750 kg |
| L | kleiner Traktor |
| T | großer Traktor |
Die Führerscheinklasse AM ist die „kleinste“ aller Führerscheinklassen überhaupt. Damit dürfen „leichte Zweiräder“ mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und einer maximalen Nutzleistung von 4 kW bewegt werden. Der Hubraum ist auf 50 cm3 begrenzt. Es handelt sich also um die klassischen Mopeds oder S-Pedelecs. Bis Januar 2013 gab es eine eigene Klasse S für Leichtkraftfahrzeuge, vielerorts auch als Mopedautos bekannt. Diese haben die Gesetzgeber in die damalige Klasse M, also die heutige Klasse AM, integriert.
Für viele junge Leute von mindestens 16 – in einigen Bundesländern sogar ab 15 – aber noch nicht 18 Jahren ist die Führerscheinklasse AM gleichbedeutend mit der „ersten großen Freiheit“ im Leben. Mit der Erlaubnis, motorisierte Kleinkrafträder (Mopeds) zu bewegen, sind sie unabhängig von öffentlichen Nahverkehrsmitteln und können über ihre Zeit und ihre Mobilität selbst bestimmen. Gerade im ländlichen Raum, aber auch beim Überwinden kurzer Strecken innerhalb großer Städte bedeutet das für viele einen enormen Anstieg ihrer Lebensqualität.
Für die Ausbildung zur Fahrerlaubnis AM sind mindestens zwölf Doppelstunden abzuleisten, die sich mit allgemeinem Grundstoff beschäftigen. Ergänzend sind zwei Unterrichtseinheiten speziell der Fahrzeugklasse gewidmet.
Für die Praxisausbildung gibt es keine festgelegte Zeitauflage. Zielsetzung ist das Bestehen der praktischen Prüfung. Hier wird die Fahrzeugbeherrschung, also Anfahren und Bremsvorgänge, Ausweichen sowie das allgemeine Fahren im Straßenverkehr überprüft. Allerdings liegt die Frage, ob der Führerscheinanwärter für die praktische Prüfung vorgeschlagen wird, ganz im Ermessen des Fahrlehrers.
Insgesamt also keine triviale Prüfung, aber eine sehr gute Vorbereitung auf den späteren Autoführerschein.
Quellen:
https://www.autoscout24.de/informieren/ratgeber/fahranfaenger/vorbereitung/fuehrerscheinklassen-deutschland/
Mopeds, Elektroroller, E-Bikes
Mopeds, Mofas und Roller mit Elekroantrieb sind mittlerweile eine sehr gute und gern gewählte Alternative zu vergleichbaren Fahzeugen mit Verbrennungsmotor. Sie haben einen absolut vergleichbaren, bis deutlich höheren Schub und produzieren dabei deutlich weniger Geräusche.
Die Handhabung ist mehr als einfach. Draufsetzen und losfahren. Natürlich mit dem entsprechenden Führerschein (beim Mindestalter von 16 Jahren betrifft das die Führerscheinklassen AM und A1). Die Fahrerlaubnis Klasse A1 umfasst dabei Fahrzeuge bis 125 cm3 Hubraum (Leichtkrafträder) bei einer maximalen Motorleistung von 11 kW. Die Reichweite dieser Fahrzeuge hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Doch leider fehlt aktuell bei noch allen Elektromopeds ein ABS.
Um sich solch ein Fahrzeug leisten zu können, muss man schon recht tief in die Tasche greifen. Die günstigsten Modelle gibt es ab 7.500,- Euro, teurere Varianten liegen durchaus bei 14.000,- Euro. Dafür sind die Unterhaltskosten natürlich geringer, aber man muss sich auch auf andere Reichweiten, Lademöglichkeiten und Ladezeiten einstellen. Wenn man das alles bedenkt, machen alle Fahrzeuge dieser Art Spaß und erfüllen die Erwartungen gegenüber den mit Verbrennungsmotor betriebenen Alternativen.
Mit dem Erhalt des Führerscheins für entsprechende Fahrzeuge sollte man ausreichend informiert sein über alle Regeln und Vorschriften. Leider unterschätzen viele Fahrerinnen und Fahrer ihre Fähigkeiten. Selbstüberschätzung, Kontrollverlust und Ablenkung in Kombination mit gefährdenden Witterungsverhältnissen bilden eine gefährliche Mischung. Dazu kommt, dass man mit den kleinen Flitzern schnell übersehen wird. Die Zahl der verunglückten Menschen spricht für sich.
Traurige Statistik
Überdurchschnittlich häufig verunglückten 15- bis 17-Jährige mit Kraft- oder Fahrrädern. 68,9 % der verunglückten Jugendlichen kamen 2018 dabei zu Schaden. Davon benutzten 17,2 % ein Moped, Roller oder Mofa, 25,1 % ein Fahrrad oder ein Pedelec.
Quellen:
https://www.adac.de/infotestrat/tests/motorrad-roller/elektromotorraeder/default.aspx
https://joincoup.com/de/berlin
https://emmy-sharing.de/
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/Publikationen/Downloads-Verkehrsunfaelle/unfaelle-15-bis-17-jaehrigen-5462412187004.pdf?__blob=publicationFile
Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR)
Team Unfallprävention – Wege und Dienstwege
Jägerstraße 67-69
10117 Berlin
praevention@dvr.de
Impressum
Datenschutz
© Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR)
© 2021 Deutscher Verkehrssicherheitsrat